NORMAL ODER FREAK

„Du bist doch nicht normal!“ „Worüber du wieder nachdenkst!“ “deine Energie möchte ich mal haben!“
Kennen sie diese Sätze? Ich kann von mir behaupten, dass diese Sätze mich mittlerweile 42 Jahre begleiten. Irgendwann habe ich mir die Frage gestellt, ob ich wirklich nicht normal bin. Vielleicht sind die Anderen nur angepasst?!
Ich möchte jetzt keine philosophische Grundsatzdiskussion beginnen, es geht mir vielmehr darum bei mir einmal zu gucken, ob ich wirklich nicht normal bin…
Im Prinzip bezeichne ich für mich alles für Normal was mein Gegenüber durch mein Verhalten, sprich Handeln und Tun, nicht gefährdet.
Bringt Normalität vielleicht Sicherheit? Stehen die meisten Menschen deshalb auf das konservative Lebenskonzept? Ist es die Idee, das die Normalität beinhaltet morgens arbeiten zu gehen, abends nach Hause zu kommen, noch ein wenig Fernsehen zu gucken um dann ins Bett zu gehen? Ok, die Grundbedürfnisse wie Essen und Trinken sollten noch die Normalität beinhalten. Vielleicht reden wir noch zwei Sätze mit dem Partner/der Partnerin. Man spricht über Urlaubsreisen, die man sich eh nicht leisten kann, weil noch das Auto in die Werkstatt muss oder der Kredit, den man für das neue Auto aufgenommen hat, es einfach nicht hergibt. Wir verfallen ins Träumen und sagen vielleicht:“Aber wir müssen irgendwann die Reise machen, wenn der Kredit abbezahlt ist und das Haus auch!“
Naja, wer in dieser normalen Gesellschaft mithalten möchte und dem Mainstream verfallen ist, der muss sich schon Verschulden. Ist es normal, dass wir mehr in der Zukunft als im Hier und Jetzt leben? Ist es normal, dass wir immer über mögliche Konsequenzen nachdenken, wenn wir dem Sicherheitskonzept der Gesellschaft nicht entsprechen? Was würde wohl passieren, wenn wir wüssten an welchen Tag wir sterben? Wenn wir genau den Tag, die Stunde und Sekunde kennen würden?! Ich glaube, unser gesamtes Gesundheits-/Renten- und Wirtschaftssystem würde zusammenbrechen. Wir würden vielleicht beginnen wirklich im Hier und Jetzt zu Leben. Die Gegenwart genießen und auf den Moment der da ist einlassen und sich beginnen wahrzunehmen. Unsere Bedürfnisse neu definieren und unser angepasstes Dasein neue Wertigkeit beimessen. Wer würde dann Normalität definieren? Wäre es die Gesellschaft oder der Mensch, das Individuum selber?
Was ist denn jetzt jeder Einzelne von uns? Egal ob hyperaktiv, individuell, spontan, alternativ, träumend, egoistisch, flexibel oder konservativ?
Was ist nun der Freak? Normal oder angepasst?
Und was bin ich?