Fleisch ade- vegan Juchhe

…oder, wie eine leidenschaftliche Fleischesser*in ein zumindest vegetarisches Experiment startet.

Bis vor ca. zwei Monaten habe ich mir wenig Gedanken übers Essen gemacht. Allerdings war und ist es mir noch heute wichtig frisch zu kochen und auch alles selber frisch herzustellen.

Ich war schon fokussiert auf Bioprodukte. Das Fleisch welches ich esse sollte ja von glücklichen Tieren kommen.

Es ist ja für uns Menschen einfach das Fleisch aus der Kühlung zu holen. Supermarkt rein, Biohackfleisch oder Putenkeulen in den Korb, bezahlen und dann zubereiten.

Wie der Weg des Fleisches war, bis es denn so schön fertig in der Kühlung lag, wissen wir zwar, allerdings versuchen wir es uns auch schön zureden. Auserwählte Tiere sind halt Nutztiere und deshalb gehört auch die Schlachtung in Betrieben dazu. Wie es passiert ignorieren wir gekonnt, wenn wir das gut riechende Stück T-bone Steak auf unserem Teller liegen haben und der Geschmack uns einen „Orgasmus im Mund“ beschert!

Vor zwei Monaten passierte es dann, dass ich eine Veganer*in kennenlernte. Zunächst belächelte ich ihre Art und Weise der Einstellung von Tierprodukten gegenüber . „Mein Gott, man kann sich doch nicht nur von Grünzeug und Soja ernähren. ICH bleibe beim Fleisch!“

Ich muss zugeben, dass ich es innerlich, auch wenn ich es nach außen hin nicht zeigen konnte, langsam Gefallen an dem „Sojazeug“ hatte. Klar, ich trank noch immer Milch oder habe Eier gegessen, dennoch probierte ich auch verschiedene Vanillesojadrinks aus. Ich musste feststellen, dass es doch recht lecker schmeckte. So kam es dann auch, dass ich in einem Bioladen immer öfters gesehen wurde.

An einem Abend wurde ich von ihr in die Curly Cow mitgenommen. Dies ist ein veganes Bistro in Witten. Skeptisch aber interessiert wie ich war, hatte ich mir dort einen „Taxiteller“ bestellt. Dies ist veganes Gyros, vegane Currywurst und Pommes.

Leute, mal ganz ehrlich! Geil! Hätte ich nicht gewusst, dass es vegan ist, ich hätte wirklich keinen Unterschied gemerkt! Ich wurde angefixt, zumindest mich selber in der Zubereitung einfacher Gerichte zu üben. Somit läutete ich eine vegane/vegetarische Woche ein. Zwei Gerichte sollten schon einmal ganz gut schmecken, leider war für weitere Gerichte keine Zeit.

Heute gibt es leider diese Person, die mich sehr zum nachdenken gebracht hat, nicht mehr in meinem Leben. Aber die Vorstellung zumindest es vegetarisch angehen zu lassen ist geblieben.

Ich will und möchte es zumindest versuchen.

Diese Person hat mich einmal gefragt, wenn Tiere meiner Meinung nach Nutztiere sind und geschlachtet werden dürfen, warum mir dann die Vorstellung Hund oder Katze Schlachten zu lassen, so zuwider sei.

Ich glaube, da ist was wahres dran…. die Augen der Tiere und der Schmerz der Tiere ist gleich. Egal, ob Schwein, Hase, Pute oder Rind. Ausbluten und Hinrichtung sind gleich. Wir Menschen missbrauchen das Vertrauen der Tiere zu unseren Gunsten und Egoismus. Schlachten möchten wir selber nicht oder die Tiere zur Schlachtbank hinführen. Da wäre das Geheule groß. „Das arme Tier.“

So gehen wir am nächsten Tag in den Supermarkt, gehen an die Kühlung, holen das Biofleisch heraus, legen es in den Korb, bezahlen und gehen ohne schlechtes Gewissen nach Hause und haben mit unseren Freunden einen gemütlichen Grillabend. In der gleichen Zeit werden schon wieder viele Tiere ihrem Henker mit Peitschen und Stromschlägen versehen, gewaltsam zugeführt. Peng!Kehlenschnitt, aufgehängt an einem Beim und ausbluten lassen für die treuen Kunden im Supermarkt.

Oder was nun sehr in Mode kommt, „Kauf eine Kuh“. Erst wenn alle Teile der Kuh reserviert sind, wird sie geschlachtet. Sie kann auch vorher besichtigt werden! Ich frage mich, wieviele Menschen wirklich die Kuh sehen und streicheln möchten!!! Na, was glaubt ihr?

In diesem Sinne, frohes Grillen!

Meine fleischlose Woche beginnt… zumindest mache ich die 100%?der glücklichen Kuh nicht voll!